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1. Werkstätten-Tag in Rendsburg

Zusammen stark: 1. Werkstätten-Tag in Rendsburg

Ein Tag zum Kennenlernen, Vernetzen und voneinander Lernen

Sechs Betriebsstätten, viele unterschiedliche Arbeitsbereiche, jede Menge Erfahrung und seit dem Zusammenschluss ein gemeinsamer großer Verbund: die Werkstätten Rendsburg-Eckernförde. Doch wie wird aus vielen einzelnen Standorten eine Gemeinschaft? Am besten, indem man sich kennenlernt, miteinander ins Gespräch kommt und gemeinsam erlebt, was in den Werkstätten steckt.

Genau darum ging es beim 1. Werkstätten-Tag der Werkstätten Rendsburg-Eckernförde am 10. September im Landestheater Rendsburg. Unter dem Motto „Zusammen stark“ kamen die hauptamtlichen Mitarbeitenden der sechs Betriebsstätten (Materialhof, Rendsburger Werkstätten, Marienhof, Hohenwestedter Werkstatt, Eckernförder Werkstatt und Kompass `98) zu einem „etwas anderen“ Fortbildungstag zusammen.

Gastgeber des Tages war Björn Ott, Gesamtleiter der Werkstätten Rendsburg-Eckernförde. Sein Anliegen: Die neue Größe soll nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern auch im Miteinander spürbar werden. „Wir müssen das Rad nicht an jedem Standort neu erfinden. In den einzelnen Betriebsstätten gibt es bereits viel Wissen, gute Ideen und erfolgreiche Lösungen. Die Frage ist deshalb nicht immer: „Wie machen wir das?“, sondern auch: „Wer macht das schon gut und was können wir voneinander übernehmen?“, so Björn Ott.

Einander Kennenlernen

Den Auftakt gestaltete Pastor Struck mit einer Einstimmung zum Motto des Tages „Zusammen stark“ und das auf besondere Weise: Es war sein erster Auftritt nach dem Eintritt in den Ruhestand. Dafür gilt ihm unser besonderer Dank!

Anschließend übernahm die bekannte Poetry-Slammerin Mona Harry die Moderation des Tages. Mit ihrer lockeren und unterhaltsamen Art sorgte sie von Anfang an für eine besondere Atmosphäre unter anderem mit Poetry und Speed Dating. Dabei war eines ganz bewusst anders als im normalen Arbeitsalltag: Niemand saß neben den bekannten Kolleginnen und Kollegen, denn die Sitzplätze waren vorab verlost worden. Beim Speed Dating galt es, in kürzester Zeit sich vorzustellen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Schnell war der Saal von angeregtem Gemurmel erfüllt und Mona Harry hatte einige Mühe, das Publikum wieder zur Ruhe zu bringen. Ganz offensichtlich gab es Gesprächsstoff genug. Eine einfache Idee mit großer Wirkung, denn gerade in einer so großen Organisation ist es hilfreich zu wissen, wer eigentlich wo arbeitet, welche Aufgaben die Kolleginnen und Kollegen übernehmen und wer bei welcher Frage weiterhelfen kann.

Im Anschluss nutzen die Leitungen der sechs Betriebsstätten die Gelegenheit, sich und ihre jeweiligen Standorte vorzustellen. So bekamen die Mitarbeitenden einen besseren Einblick in die Vielfalt der Werkstätten und lernten Bereiche kennen, mit denen sie im Arbeitsalltag bisher vielleicht wenig Berührung hatten.

Impulse für die Werkstatt der Zukunft

Auch fachlich hatte der Werkstätten-Tag einiges zu bieten. Als Referentin war Dr. Kerstin Adolf-Wright, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM), extra aus Berlin nach Rendsburg gekommen. Mit ihrem Vortrag zum Thema „Werkstatt der Zukunft“ gab sie spannende Impulse und richtete den Blick auf die Entwicklungen und Herausforderungen, die vor den Werkstätten liegen.

Martin Seehase, Vorsitzender der Geschäftsführung der NGD, ordnete in seinem Kurzvortrag das Motto „Zusammen stark“ in den Kontext der gesamten NGD-Gruppe ein. Dabei zeigte er auf, welche Chancen in einer großen Organisation liegen: In den eigenen Reihen gibt es bereits viele wertvolle Erfahrungen, Kompetenzen und gute Ideen. Es lohnt sich, diese Schätze sichtbar zu machen, Wissen miteinander zu teilen und voneinander zu profitieren.

Voneinander lernen

Nach den gemeinsamen Impulsen wurde es praktisch: Der Nachmittag stand unter dem Motto „Voneinander lernen“. Zahlreiche Workshops wurden in Eigenregie angeboten und zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig das Wissen und die Kompetenzen innerhalb der Werkstätten sind.

Das Angebot reichte von „Mental Health First Aid“ und „Künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag“ über „Politische Haltung in der Werkstatt“, „Gewaltprävention“, „Finanzierung der Werkstatt“ und „Jobcoaching“ bis hin zu „Sportlicher Pause“ und „Positiv Denken - Leichtigkeit leben“.

Die große Bandbreite machte deutlich, wie viel Know-how bereits vorhanden ist. Kolleginnen und Kollegen wurden zu Wissensgebern und Wissensnehmern zugleich. Sie konnten Erfahrungen weitergeben, Fragen stellen, neue Perspektiven kennenlernen und Ideen für den eigenen Arbeitsalltag mitnehmen.

Gemeinsam essen, gemeinsam lachen

Auch die Mittagspause bot Gelegenheit zum Austausch. Das Mittagessen wurde vom Materialhof organisiert und kam aus der neuen Kreishauskantine. Bei Essen entstanden weitere Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen – ganz ohne Tagesordnung und Workshopplan.

Für einen unterhaltsamen Abschluss sorgte schließlich ein Quiz. Die Teams „Beerenrot“ und „Meeresgrün“ traten mit Kandidatinnen und Kandidaten aus den verschiedenen Betriebsstätten gegeneinander an. Dabei galt es unter anderem, Fragen zu den Leitungskräften richtig zu beantworten und Wahrheit von Lüge zu unterscheiden. Auch lustige Kinderfotos mussten den richtigen Leitungskräften zugeordnet werden. Dabei kamen nicht nur überraschende Background-Infos ans Licht, auch das eine oder andere gut gehütete Geheimnis wurde gelüftet. Vor allem aber wurde viel gestaunt und herzlich gelacht.

Ein gemeinsamer Anfang

Der erste Werkstätten-Tag hat gezeigt, was entstehen kann, wenn viele Menschen aus unterschiedlichen Betriebsstätten zusammenkommen: Austausch, neue Kontakte, gemeinsames Lachen und jede Menge neue Ideen. Der Werkstätten-Tag war damit mehr als ein abwechslungsreicher Fortbildungstag. Er war ein wichtiger Schritt auf dem gemeinsamen Weg der Werkstätten Rendsburg-Eckernförde. Denn Zusammenwachsen braucht Begegnung und Vernetzung beginnt damit, dass man sich kennt.